auf ein wort . . .

 

 

besinnliches                                nachdenkliches


Wenn wir andere Menschen beurteilen, so gehen wir leider allzu oft immer nur von unserem Standpunkt aus. Wir sehen die Welt dann meistens nur von unserem Tellerrand aus, aus unserer vertrauten Perspektive. Die-se kann aber oft falsch oder zumindest sehr unvollkom-men oder zu subjektiv sein. So empfiehlt uns etwa ein  alter Sioux-Indianer: „Bevor du deinen Bruder beurteilst, solltest du vorher drei Monate lang in seinen Mokassins gelaufen sein.“

„Es war einmal ein Huhn, das stark schielte. Dieses schielende Huhn sah deshalb die ganze Welt etwas schief und glaubte, sie sei tatsächlich schief. So sah es auch seine Mithühner und den Hahn schief. Es lief immer etwas schräg und stieß ziemlich oft gegen die Wände.

 An einem windigen Tag ging das schielende Huhn mit seinen Mithühnern am schiefen Turm von Pisa vorbei. "Schaut euch das an", sagten die Hühner, "der Wind hat diesen Turm schief geblasen."

Auch das schielende Huhn betrachtete den Turm und fand ihn aber völlig gerade. Es sagte nichts, dachte aber bei sich, dass die anderen Hühner ganz sicher schielten.“                                                   nach  L. MALERBA