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Geschichte der Pfarrei

Die katholische Pfarrgemeinde Maria Heimsuchung gehört zum Bistum Trier mit zur Zeit Weihbischof Robert Brahm als Diözesanadministrator, und zum Dekanat Wadgassen mit Volker Teklik als Dechant.

Unsere Pfarrgemeinde zählt etwa 3000 Gläubige.

Wie bei den meisten Pfarreien des Bistums Trier liegt der eigentliche Ursprung oder ein genaues Gründungsdatum unserer Pfarrei im Dunkeln. Älteste Kirche im Wadgasser Raum und wahrscheinlich Pfarrkirche des Dorfes Bepingen (Standort jetzige Autobahnabfahrt) war die Nikolauskirche. Im Jahre 1135 wird die Pfarrseelsorge an der nach 1080 erbauten Oberkirche an den Abt der neugegründeten Prämonstratenser-Abtei übertragen. Zum Jubiläum "875 Jahre Klostergründung" siehe hier Paulinusartikel vom 26. September 2010. Der Pfarrbezirk umfasste von Anfang an die Dörfer Hostenbach, Schaffhausen, Werbeln, die Siedlungen Spurk, Berenbach und den Oberhof. 1223 kam auch Differten hinzu. Mit der Zeit hatte das Kloster sehr viele Pfarreien seelsorgerisch zu betreuen, so dass der Abt einen seiner Chorherren für den Dienst an der Oberkirche delegierte.

Nach der Auflösung der Abtei infolge der französischen Revolution gab es seit 1793 keinen Priester mehr in Wadgassen. Erst nach 1800 konnte wieder ein Priester tätig werden, der 1803 vom Bischof in Metz als Pfarrer bestätigt wurde. Die Oberkirche war schon seit längerer Zeit verfallen, die Klosterkirche jetzt auch nicht mehr zu benutzen. Bis 1806 wurde die Oberkirche wieder aufgebaut. Sie erwies sich jedoch wegen des starken Wachstums der Bevölkerung bald als zu klein. 1865 fasste der Kirchenrat unter Pfarrer Bartz den Beschluss, eine neue große Kirche zu bauen.

Unter dem neuen Pfarrer Johann Thielen konnten Geldbeschaffung und Planung vorangetrieben werden. 1880 wurde der Bau begonnen, am 10. September 1882 erfolgte die feierliche Einsegnung durch Dechant Feiten aus Fraulautern. Der Altar wurde am 27. Mai 1884 durch Bischof Michael Felix Korum konsekriert. Das Patrozinium Maria Heimsuchung wurde von der Oberkirche übernommen.

Im Jahr 1907 wurde der Katholische Jünglingsverein Wadgassen ins Leben gerufen.

In den Jahren 1963/1964 wurde die Pfarrkirche Maria Heimsuchung entsprechend den Vorgaben des 2. Vatikanischen Konzils neu gestaltet. Das 100jährige Bestehen des Gotteshauses im Jahre 1982 war Anlass zu einer weiteren Renovierung und Umgestaltung, die am 22. April 1989 mit der Konsekration des Altares durch Weihbischof Alfred Kleinermeilert Höhepunkt und Abschluss erfuhr.

Seit September 2000 existiert eine Pfarreiengemeinschaft der beiden Pfarrgemeinden Wadgassen Maria Heimsuchung (ca. 3000 Katholiken) und Differten St. Gangolf mit Filiale Friedrichweiler St. Franziskus (4500 Katholiken). Bis dahin wurden sowohl der Pfarrort Wadgassen als auch der Pfarrort Differten mit Friedrichweiler von jeweils einem Pastor und einer Gemeindereferentin betreut. Was durch den Priestermangel in Deutschland hervorgerufen wurde und zunächst viele Christen in beiden Pfarreien abschreckte ("unsere Pfarreien werden zusammengelegt!", "wir müssen unseren Pastor und unsere Gemeindereferentin teilen!"), das erweist sich nun nach einigen Jahren auch als eine Herausforderung für alle beteiligten Seiten und als eine Entwicklung, die nicht nur Einschränkung mit sich bringt, sondern aus der auch Früchte hervorgehen können.

Mittlerweile gibt es in unserer Pfarreiengemeinschaft eine Gottesdienstordnung, die auf alle drei Dörfer abgestimmt ist und die gemeinsam im Pfarrbrief und in der "Wadgasser Rundschau" veröffentlicht wird. Auch die Gremien der beiden Gemeinden arbeiten gut zusammen; einmal im Jahr sind alle Verwaltungsrats- und Pfarrgemeinderatsmitglieder zu einem gemeinsamen Besinnungswochenende eingeladen, und die Pfarrgemeinderäte treffen sich regelmäßig zu gemeinsamen Sitzungen oder Veranstaltungen.

In der Gemeindekatechese spielt das Zusammengehören der zwei Pfarreien eine große Rolle. So gibt es für die Kommunionkindervorbereitung nur eine einzige, gemeinsame Katechetenrunde, und für die jährliche Firmung existiert sogar ein fester Katechetenstamm von jungen Erwachsenen und Jugendlichen aus Differten, Friedrichweiler und Wadgassen. Auch in der Jugendarbeit gibt es zahlreiche Berührungspunkte und gemeinsame Aktivitäten: Jugendgottesdienste, Taizé-Gebet, Messdienertage, Kinder- und Jugendfreizeiten, Jugendbibeltage usw. Das Team der Seelsorger teilt sich seine Arbeit niemals nach Pfarreien, sondern immer nach pastoralen Schwerpunkten ein. Außerdem wechseln sich Pastor Teklik, Kaplan Adams und Diakon Britz mit den Gottesdiensten in allen Kirchen ab.

Abschließend lässt sich sagen, dass keine der beiden Kirchengemeinden ihre Eigenständigkeit aufgegeben hat; nach wie vor entfalten die Gruppen in allen drei Dörfern ihre spezifischen Aktivitäten und bleiben ihren eigenen Traditionen treu. Dennoch ist man bereits innerhalb kurzer Zeit sehr viel offener füreinander geworden, besucht sich gegenseitig in den Gottesdiensten, auf den Festen, bei vielen anderen Veranstaltungen und gibt nicht nur aneinander ab, sondern bereichert sich gegenseitig. Es bleibt zu hoffen, dass diese erfreuliche Entwicklung fortschreitet.

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